Schutz vor schwarzen Schafen

Einen endgültigen und 100%igen Schutz gibt es nicht, aber wir haben für Dich einige Tipps zusammen getragen die Dich gegen Betrug unterstützen.

Adressen

Fotografen oder Agenturen geben ohne weiteres Ihre Anschriften bekannt. Aber nicht jeder Fotograf oder jede StartUp-Agentur hat eigene Büros oder Studios, oft sind diese angemietet oder die Gespräche werden in einem Büro im privaten Umfeld des Fotografen statt finden. Das ist nicht weiter schlimm, achte auf folgende Punkte:

1. Vereinbare falls gewünscht einen neutralen Treffpunkt in der Öffentlichkeit (z. B. Café, öffentlicher und gut besuchter Platz).

Seriöse Fotografen haben damit keine Probleme. Alle notwendigen Informationen oder vertragliche Details lassen sich auch außerhalb der Räumlichkeiten des Fotografen klären.

2. Sage einem Verwandten oder einem guten Freund wo Du Dich aufhältst.

Am besten sagst Du einem Verwandten oder einem guten Freund wo das Treffen Deines Termins stattfinden wird und sendest ihm einen "Live-Standort" über WhatsApp. So lässt sich Dein Weg verfolgen sofern sich der Standpunkt außerplanmäßig ändert (z. B. durch nachfolgende Probeaufnahmen).

Shootingtermine

Shootingtermine finden an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten statt. Fotografen oder Agenturen arbeiten Einsatz-abhängig, viele Faktoren werden dabei berücksichtigt (u. a. Lage, Wetter, Art der Fotos/Videos, etc.). Mulmig ? Das muss nicht sein, achte auf folgende Punkte:

1. Kläre vorab wann und vor allem wo genau das Shooting statt findet.

Kennen sich Fotograf und Model schon einige Zeit, dann kann je nach eigenem Empfinden und Vertrauen dieser Punkt etwas in den Hintergrund rücken, da es nicht unüblich ist im laufe eines Shootings die Location zu ändern. Ist der Vertrauenspunkt nicht weit genug ausgebaut, dann sollte vorab immer ein genauer Shootingort ohne Wechsel festgelegt werden. Wünscht der Fotograf einen Ortswechsel, dann sollte angefragt werden was der Grund des Wechsels ist und wo sich genau der neue Shootingort befindet. Im Zweifel einen zweiten Termin vereinbaren um das Shooting dann am anderen Ort zu beenden. Steige niemals in das Fahrzeug des Fotografen wenn Du ihn nicht kennst ! Informiere bei einem Ortswechsel eine Person Deines Vertrauens. Wünscht ein Fotograf einen Ortswechsel, möchte Dich aber nicht über den Standpunkt informieren, dann das Shooting sofort abbrechen und die Zusammenarbeit nochmals überdenken. Seriöse Fotografen oder Agenturen haben keine Probleme damit, ehrlich alle Informationen mit Dir zu besprechen.

2. Outdoor-Shootings sind immer im freien.

Soll ein geplantes Outdoor-Shooting nach Indoor (in einem Gebäude) verlegt werden, dann stellt sich die Frage: warum ? Es gibt selten einen vernünftigen Grund dafür ein geplantes Outdoor-Shooting nach innen zu verlegen. Die Locations lassen sich nicht nachbauen (Ausnahmen: teure Filme aus Hollywood). Auch das Eintreten von schlecht-Wetter ist kein akzeptables Argument. Shootings sind von seriösen Fotografen oder Agenturen sehr gut vorbereitet und geplant. Auftretende Wetterveränderungen führen in der Regel dazu, das Shootings bereits (spätestens) am Vortag abgesagt und der Termin verschoben wird.

Kein Shooting ohne Vertrag

Vereinbare keine Shootings ohne Vertrag. In einem Model-Release-Vertrag sind alle wichtigen Punkte zum Shooting geregelt. Nachträgliche Missverständnisse lassen sich so schon vorab vermeiden. Trotzdem gilt:

1. Erstgespräche und Probeaufnahmen

Erstgespräche und Probeaufnahmen geschehen oft ohne Model-Release-Vertrag. Das ist ein notwendiger Start vieler Fotografen (Agenturen), da je nach Vertragsart noch nicht abgeschätzt werden kann ob hier eine vertragliche Zusammenarbeit stattfinden kann/wird. Es wird noch niemand zu etwas verpflichtet. Üblicherweise finden immer Probeaufnahmen statt, diese sollten nicht länger als 60 Minuten dauern.

2. Der Model-Release-Vertrag

In diesem Vertrag müssen die wichtigsten Punkte stehen und vereinbart werden: vollständige Namen und Adressen aller Beteiligten (kein Postfach bzw. nur zur Ergänzung), Telefonnummern aller Vertragsparteien (Keine Servicerufnummern bzw. nur zur Ergänzung), Zahlungsarten und Modalitäten, Shootingsarten und Beschreibung, Nutzungsrechte und Kündigungsklauseln

Models unter 18 Jahren

Shootings bei denen das Model das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat sind nicht unüblich, allerdings gilt hier besondere Vorsicht !

1. Nur mit Begleitperson

Alle Gespräche, insbesondere das Erstgespräch sollte nicht ohne Begleitperson stattfinden. Seriöse Fotografen (Agenturen) erwarten als Begleitperson sogar einen Erziehungsberechtigten.

2. Vertragsabschluss

Spätestens bei einem Vertragsabschluss sollte sich der Fotograf (die Agentur) das persönliche Einverständnis des Erziehungsberechtigten einholen und nicht nur den unterzeichneten Vertrag verlangen.

3. Verhandlungstaktik prüfen

Ein Fotograf (eine Agentur) sollte sich nicht darauf einlassen mit dem Alter des Models zu verhandeln. Beispiel eines unseriösen Fotografen: "Ach komm, Du wirst in 4 Monaten 18, dann kannst Du ja schon jetzt unterschreiben, wir ändern einfach Dein Geburtsdatum". Finger weg von solchen Menschen. Es ist nicht nur eine Urkundenfälschung, Du läufst auch Gefahr in etwas hinein zu geraten was Du nicht möchtest. Seriöse Anbieter warten bis Du volljährig bist.

4. Kein Auge zudrücken

Es ist immer wichtig darauf zu achten das bei minderjährigen Models die Tätigkeit in den für das jeweilige Alter des Models entsprechenden Bereichen bleibt und diese moralische und/oder gesetzliche Grenze niemals überschritten wird. Auch nicht ausnahmsweise !

5. besondere Vorsicht bei Models unter 15 Jahren

Bei Models unter 15 Jahren empfehlen wir generell: niemals ohne Begleitperson. Seriöse Fotografen (Agenturen) genehmigen die Anwesenheit einer Begleitperson für Shootings von Minderjährigen auch während der Aufnahmen. Als Begleitpersonen können auch vom, vom Jugendamt bereitgestellte oder beauftragte dritte sein. Auch für Arbeitsdauer und Umgebung gibt es gesetzliche Vorgaben, alle Erziehungsberechtigten sollten sich vorab gut informieren und nicht alleine auf das Wort des Fotografen (der Agentur) verlassen.

Geld bezahlen und/oder bekommen

Für viele ein sehr schwieriger Punkt, der schnell und einfach erledigt ist. In den nachfolgenden Punkten gehen wir auf die verschiedenen Modele kurz ein und erläutern dazu.

1. TFP / TFCD / TFDD Shootings

TFP (Time for Print), TFCD (Time for CD) bzw. TFDD (Time for Digital Download) Shootings sind Shootings bei denen kein Geld fließt, das Model stellt sich und seine Zeit zur Verfügung und der Fotograf (die Agentur) gewährt dem Model eine kostenlose Setcard bzw. kostenloses Bild- und/oder Videomaterial für den eigenen privaten Gebrauch. Die Nutzungsrechte verbleiben beim Fotografen (bei der Agentur). Diese Variante wird dann gewählt, wenn Fotograf oder Model relativ neu und unbekannt in dieser Branche sind und das daraus gewonnene Material hauptsächlich zu Vermittlungszwecken dient. Nach TFP-Shootings sollten auch Honorierte Termine erfolgen.

2. POS / POC / POV Shootings

POS (Point of Sale), POC (Point of Click) bzw. POV (Point of View) Shootings sind Shootings bei denen das Model nach einer Provision honoriert wird. Beispiele: Bei einem POS-Shooting erhalten die Models für jedes verkaufe Bild/Video oder Bilder- / Videoserie oder vergleichbares Material einen Anteil des Verkaufspreises. Bei einem POC/POV-Shooting erhalten die Models einen kleinen Betrag für jeden Click auf ein Bild oder Video bzw. für das Anschauen (Betrachten) eines Bildes oder Videos.

3. Gage / Honorar Shootings

Bei Shootings mit Gage bzw. Honorar bekommt der Fotograf (die Agentur) oder das Model, je nach Vereinbarung, ein festgelegtes Entgelt für das Shooting (z. B. 300,00 Euro für ein Shooting). Die Dauer des Shootings ist hier meist nicht festgelegt, die Höhe des tatsächlichen Stundenlohns kann daher schnell und stark schwanken. Die Dauer eines Shootings mit Tagesgage kann zwischen 6 - 18 Stunden liegen. Von kleineren Agenturen bzw. einzelnen Fotografen wird überwiegend eine Kombination aus fester Gage und Stundenentlohnung vereinbart, z. B. 25,00 Euro/Stunde, maximal jedoch 300,00 Euro Gage für das Shooting. In dieser Variante wird mit dem Model das Shooting nach dem jeweiligen Shootingplan abgearbeitet und das Model pro Stunde entlohnt. Ist das Shooting bereits nach 8 Stunden beendet erhält das Model 200,00 Euro, wird das Shooting allerdings erst nach 16 Stunden beendet, bekommt das Model maximal 300,00 Euro, also umgerechnet ca. 18,75 Euro/Stunde.